Der Open Ocean e.V. ist ein Verein zur Förderung des Surfens und anderer Wassersportarten für alle. Hannes und sein Team haben sich zum Ziel gesetzt, einen barrierefreien Zugang zum Meer und zum Surfen zu ermöglichen, damit alle Menschen, unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen, den Sport und das Meer genießen können.

Triodos Redaktion: Was hat dich dazu bewegt, Open Ocean e.V. zu gründen?

Johannes "Hannes" Laing: Mitbegründer und Vorsitzender des Open Ocean e.V

Hannes: Seit meiner Kindheit liebe ich das Meer. Die ersten sechs Jahre meines Lebens lebte ich in San Diego, Kalifornien, wo die Surfkultur sehr populär ist. Ich hatte also schon sehr früh Kontakt zum Spiel mit den Wellen und zum Meer. Aber erst viele Jahre später, während meines Studiums, hatte ich schließlich die Gelegenheit, das Surfen auszuprobieren. Nach dieser Erfahrung habe ich mit dem Surfen angefangen und wollte nie wieder damit aufhören. Das war der Beginn meiner Leidenschaft.

Im Jahr 2014 habe ich mich bei einem Unfall schwer verletzt und mir einen inkompletten Querschnitt an der Halswirbelsäule zugezogen. Ein Jahr später war ich auf Hawaii und und stieß zufällig auf eine NGO namens Accessurf, die Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Surfen ermöglicht.  Mit der Hilfe von Accessurf war ich schneller auf einer Welle als ich es mir hätte vorstellen können.

Nach dieser Erfahrung und der Erkenntnis, dass es möglich ist, wieder zu surfen, wollte ich die Idee nach Deutschland bringen. Ich hatte das Glück, meine Kollegin Friederike Schulz kennen zu lernen, die selbst viele Jahre Surflehrerin war. Wir haben uns zufällig getroffen und kennengelernt und im Gespräch festgestellt, dass wir ziemlich ähnliche Vorstellungen davon haben, was Surfen abseits des Mainstreams sein kann. So kamen wir auf die Idee, inklusive und barrierefreie Surfkurse anzubieten. Das war die Geburtsstunde des Vereins Open Ocean.

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Was gibt dir das Surfen? Warum möchtest du es mit allen teilen, unabhängig von ihrer Behinderung?

Surfen ist für mich viel mehr als nur ein Funsport. Ich liebe die Natur und das Meer. Auf dem Surfbrett zu liegen und auf die nächste Welle zu warten, ist eine Art Meditation. Das Reiten auf den Wellen erfordert Präsenz und Konzentration und man lässt den Stress und die Sorgen des Alltags hinter sich. Die sich wiederholende Bewegung des Paddelns und der meditative Zustand, den das Warten auf die perfekte Welle hervorruft, haben eine fast hypnotische Wirkung. Dieses therapeutische Eintauchen ins Meer vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Klarheit.

Außerdem ist das Wellenreiten ein ganzheitliches Training das den ganzen Körper fordert. Jede Faser wird benötigt, und schon nach kurzer Zeit kann man große Fortschritte bei der Entwicklung der eigenen Kraft und Beweglichkeit feststellen. Man merkt auf einmal, dass da ein Potential in einem schlummert von dem man bisher nicht wusste dass es existiert.

Und zu guter Letzt entsteht beim Surfen in einer Gruppe ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl, da alle die gleichen positiven Erfahrungen beim Wellenreiten machen. Das verbindet. Dieses Gefühl von Gemeinschaft ist für mich wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Gesellschaft.

Was bedeutet für dich soziale Nachhaltigkeit?

Für mich bedeutet das uneingeschränkte Gleichberechtigung und Teilhabe für alle. Und natürlich, dass dies auch unterstützt wird, zum Beispiel durch den Staat, aber ebenso durch die Zivilgesellschaft. Wir alle können dazu beitragen, sei es durch einen gleichberechtigten und respektvollen Umgang mit anderen Menschen, unabhängig von Unterschieden, oder durch die Schaffung von Räumen für Inklusion oder durch politisches Engagement.

Hoffentlich wird damit Nachhaltigkeit für die nächsten Generationen geschaffen, so dass in Zukunft so etwas wie Inklusion kein Thema mehr ist, weil es selbstverständlich ist.

Gibt es sonst noch irgendeine Botschaft, die du mit auf den Weg geben möchtest?

Lass dir nichts einreden.

Alles, was du erreichen willst. Alles, was du schaffen willst, kannst du schaffen, unabhängig von deinen Voraussetzungen wirst du eine Lösung finden, wenn du es nur genug willst. Und natürlich: wenn du die richtigen Leute kennst, die dir dabei helfen können, macht es gleich noch mehr Spaß.

Open Ocean e.V. ist ein Geschäftskunde der Triodos Bank. Wir haben Hannes zur Premiere des Dokumentarfilms "Open Ocean" in unser Frankfurter Büro eingeladen. Wir hatten eine tolle Zeit und haben den Film mit Hannes und unseren Triodos Kolleg:innen genossen.