Während wir online sind, arbeiten im Hintergrund riesige Rechenzentren, deren Strombedarf und Wasserverbrauch oft unterschätzt werden. Beispielsweise nutzte Google allein 2023 über 23 Milliarden Liter Wasserzur Kühlung seiner Server. Der digitale Sektor ist mittlerweile für etwa 3,4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir unseren digitalen Alltag mit kleinen Veränderungen nachhaltiger gestalten können. In diesem Beitrag finden Sie zehn Tipps, mit denen Sie Ihren digitalen CO₂-Fußabdruck reduzieren können.
1. Künstliche Intelligenz bewusst nutzen
Künstliche Intelligenz ist sehr energieintensiv. Beispielsweise benötigt eine ChatGPT-Anfrage rund zehnmal mehr Strom als eine Google-Suche. Die indirekten Emissionen großer Technologieunternehmen sind innerhalb von drei Jahren durch den Einsatz von KI um 150 Prozent gestiegen. Außerdem gibt es Bedenken hinsichtlich der Ethik ihrer Modelle, wie z. B. tendenziöse Voreingenommenheit oder der Verlust von Arbeitsplätzen. Überlegen Sie daher, ob Sie für Ihre Aufgabe wirklich KI benötigen, oder ob vielleicht auch eine herkömmliche Suchmaschine ausreicht. Es ist jedoch auch erwähnenswert, dass Rechenzentren derzeit für 1 % des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich sind.
2. Räumen Sie regelmäßig Ihre E-Mails auf
E-Mails verursachen einen überraschend großen ökologischen Fußabdruck. Wie eine britische Studie gezeigt hat, ließen sich jährlich über 16.000 Tonnen CO₂ einsparen, wenn jede Person in Großbritannien täglich auf eine „Danke“-E-Mail verzichten würde. Das entspricht 81.000 Flügen von London nach Madrid. Sie können also Ihren digitalen Fußabdruck reduzieren, indem sie unnötige E-Mails vermeiden. Auch die Speicherung von E-Mails benötigt Energie. Löschen Sie daher regelmäßig nicht mehr benötigte E-Mails und leeren Sie auch Ihren Papierkorb sowie den Spam-Ordner.
3. Alte Dateien und Fotos löschen
Nicht nur E-Mails, sondern auch Dateien und Fotos tragen zum digitalen CO₂-Fußabdruck bei. Sortieren Sie regelmäßig unnötige oder doppelte Dateien sowie alte Screenshots aus. Das spart nicht nur Energie, sondern erleichtert Ihnen auch die Suche nach wichtigen Dokumenten.
4. Melden Sie sich von unerwünschten Newslettern ab
Behalten Sie den Überblick in Ihrem Postfach, indem Sie sich konsequent von Newslettern und Mailinglisten abmelden, die Sie nicht mehr interessieren. Das reduziert nicht nur den E-Mail-Verkehr, sondern auch den Einfluss von Werbung und Konsumanreizen.
5. Verwenden Sie ökologische Suchmaschinen wie Ecosia
Grüne Suchmaschinen wie Ecosia pflanzen für jede Suchanfrage Bäume, investieren ihre Gewinne in Umweltprojekte und entwickeln ressourcenschonende KI-Modelle. Sie erzeugen zudem mehr erneuerbare Energie, als für ihre Suchanfragen und KI-Anwendungen benötigt wird.
6. Geräte richtig laden und ausschalten
Es ist bequem, das Smartphone oder den Laptop permanent am Strom zu lassen, auch wenn sie die 100 Prozent Akkuladung erreicht haben. Das verbraucht aber weiterhin Strom. Laden Sie Ihre Geräte daher nur bei Bedarf und nutzen Sie Energiesparmodi oder ziehen Sie den Stecker, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden.
7. Video-Streaming bewusst nutzen und Musikinhalte speichern
Video-Streaming gehört zu den energieintensivsten Online-Aktivitäten. Eine Stunde Streaming verursacht je nach Gerät und Videoqualität bis zu 175 Gramm CO₂. Das entspricht einer Autofahrt von 1,25 Kilometern. Vermeiden Sie „passives Streaming“ im Hintergrund. Wenn Sie etwas nebenbei laufen lassen wollen, schalten Sie das Radio oder einen Podcast ein. Ihre Lieblingsmusik speichern Sie am besten auf Ihren Geräten, anstatt Sie immer wieder neu zu streamen.
8. Bildschirmhelligkeit senken oder den Dark Mode nutzen
Wenn Sie einen OLED-Bildschirmnutzen, gilt: Je heller Ihr Bildschirm eingestellt ist, desto mehr Energie wird verbraucht. Reduzieren Sie die Helligkeit manuell, nutzen Sie den Dark Mode und wählen Sie dunkle Bildschirmschoner, um Energie zu sparen.
9. Geräte länger nutzen und reparieren lassen
Wenn Sie Ihr Smartphone nur zwei Jahre lang behalten, entfällt die Hälfte des CO₂-Fußabdrucks Ihres Smartphones auf die Herstellung des Geräts. Es gilt also: Je länger Sie ein Gerät behalten und reparieren, desto besser. Bis zu 83 Prozent der CO₂-Emissionen Ihres Laptops entstehen bei der Herstellung und nicht bei der Nutzung. Wenn Sie Ihren Fußabdruck reduzieren wollen, entscheiden Sie sich für gebrauchte, generalüberholte ("refurbished") Geräte oder erwägen Sie den Kauf leicht reparierbarer Geräte mit austauschbaren Einzelteilen, wie beispielsweise das Fairphone.
10. WLAN statt mobiler Daten nutzen
Mobiler Datenzugriff per Breitbandverbindung ist praktisch und mittlerweile nicht mehr teuer. Aber wussten Sie, dass Sie im stationären Anschluss mit LAN oder WLAN deutlich energiesparenderim Internet unterwegs sind? Das liegt daran, dass die Distanz zwischen Gerät und Router kürzer ist. Oft ist im LAN bzw. WLAN auch die Übertragungsgeschwindigkeit höher. Nutzen Sie also mobile Daten am besten nur, wenn Sie wirklich unterwegs sind.
Sind Sie überrascht, wie viele Möglichkeiten es gibt, im digitalen Alltag nachhaltiger zu handeln? Oder waren Ihnen diese Tipps schon bekannt und Sie können noch weitere empfehlen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren!


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